ICF-CY

 

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) stellt eine Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit dar und wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt.

 

Im Jahr 2011 wurde eine Klassifikation für Kinder und Jugendliche entworfen (ICF – CY) die die Besonderheiten des sich entwickelnden Kindes und die besonderen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt.

 

Die Klassifikation ICF-CY steht hinter den Bildungsplänen für die Sonderschulen.

 

 

Die ICF-CY nutzt eine standardisierte Sprache und international geltende Codes, um Probleme mit

- Körperfunktionen- und strukturen

- Aktivität und Teilhabe

- bedeutenden Umweltfaktoren

 

von Kindern und Jugendlichen abzubilden.

 

Diese gilt es miteinander zu vernetzen. Ziel ist es hierbei, den Behinderungsbegriff von der Person abzulösen, vielmehr sollen Wechselwirkungen und Einflüsse aufgezeigt werden, welche diese fördern oder auch be-hindern können, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

 

Im sonderpädagogischen Kontext geht es darum, den jeweils aktuellen Lern- und Entwicklungsstand eines jungen Menschen mit Behinderung innerhalb der Wechselwirkungen zwischen den Komponenten der ICF zu sehen.

 

 

Beispiel:

 

Ein 8-jähriges Kind hat Probleme beim Lesen.

 

In der ICF spielen nun alle oben aufgeführten Komponenten eine wichtige Rolle.

 

Im Bereich der Körperfunktionen- und Strukturen soll diagnostisch erfasst werden, was Gründe für die Probleme beim Lesen sein könnten (auditive, visuelle Wahrnehmung, Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit, Sehvermögen, Hörvermögen…)

 

Im Bereich Aktivität und Teilhabe soll beschrieben werden, in wie weit die Probleme das Kind beeinträchtigen, bzw. Aktivität und Teilhabe das Kindes gefährden (durch Probleme beim Lesen will das Kind nicht mehr in die Schule, zieht sich im Klassenverband zurück, Kind kommt durch die Probleme beim Lesen auch in anderen Fächern nicht mehr mit…)

 

Im Bereich der Umweltfaktoren / Kontextfaktoren sind fördernde sowie hemmende Faktoren aufzuzeigen. Fördernd: Eltern als Lesevorbilder, passendes Lesematerial vorhanden, regelmäßige Übungszeiten zu Hause, in der Schule finden ebenfalls regelmäßige Lesezeiten statt, Differenzierung, leseförderndes Klassenklima, gute Beziehung zur Lehrkraft…)

 

Hemmend: kein oder unpassendes Lesematerial vorhanden (Überforderung), starker Leistungsdruck, Vorlesesituationen in der Schule, die das Kind verunsichern, Leselehrgang unpassend für das Kind etc.

 

Wenn alle für das Kind wichtigen Bereiche berücksichtigt werden, kann ein umfassendes Bild vom Kind entstehen und es können passgenaue Bildungsangebote für das Kind abgeleitet werden.