Aufbau des Gutachtens:

 

Zu Beginn des Gutachtens stehen der Problemaufriss / die aktuelle Situation sowie die daraus resultierende Fragestellung.

 

Um die Arbeit des Gutachters transparent und nachvollziehbar zu machen, ist es zwingend notwendig, die Informationsquellen (ärztliche, therapeutische Stellungnahmen, Berichte von Schulen und Kindergärten etc.) und durchgeführte Untersuchungsverfahren stichwortartig aufzuführen. Die Hoheit in Bezug auf die Auswahl der diagnostischen Instrumente (formell und informell) obliegt dem Gutachter (eine Übersicht diagnostischer Verfahren finden Sie hier).

 

In einem nächsten Schritt sind die Ergebnisse der Körperfunktionen und -strukturen des Kindes aufzuführen. Hier finden Beobachtungen, Ergebnisse der Intelligenzdiagnostik, weitere Diagnosen etc. Platz.

 

Diese werden in einem nächsten Schritt – in der Beschreibung der Aktivität und Teilhabe - verknüpft. Hier werden die verschiedenen Bildungs- und Lebensbereiche beschrieben. Wie wirkt sich z.B. die auditive und visuelle Wahrnehmung auf das Lernen aus? (hemmend, fördernd). Da die Bildungsbereiche der verschiedenen Förderpläne in einzelnen Bereichen verschiedene Schwerpunkte haben, können einzelne Bereiche natürlich genauer beschrieben werden / ergänzt werden (z.B. Sprache) sowie für das Kind irrelevante Bereiche frei gelassen werden.

 

Im nächsten Schritt sollen fördernde sowie hemmende Kontextfaktoren /Umweltfaktoren, z.B. Unterstützung der Eltern, schulischer Kontext (Ressourcennutzung, methodisch, didaktisch, erzieherisch) aufgelistet werden, da diese großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben können.

 

Resultierend aus den Ergebnissen der verschiedenen Ebenen soll der Gutachter eine Zusammenfassung unter Berücksichtigung aller Aspekte aufzeigen, aus der die Empfehlung des Gutachters hervorgeht. Das Kind sollte in seiner Gesamtpersönlichkeit wertschätzend beschrieben werden, jedoch sollte nicht verharmlost werden. Die Schwächen / Probleme müssen deutlich und nachvollziehbar aufgeführt werden. Der Teilhabeaspekt ist hierbei zentral. Es muss deutlich werden, ob das Kind insgesamt gar nicht – gering – teilweise oder stark in seiner Aktivität und Teilhabe gefährdet bzw. eingeschränkt ist.

 

Nur so kann in der Empfehlung deutlich abgebildet werden, warum ein sonderpädagogisches Bildungsangebot, sonderpädagogische Beratung und Unterstützung oder kein Angebot empfohlen wird.

 

 

Formales:

 

Zu Beginn des Gutachters (Deckblatt) stehen die für die Schulbehörde erforderlichen Daten, die vollständig ausgefüllt werden müssen. Auf der letzten Seite sind das Datum sowie die Unterschrift des Gutachters aufzuführen.

 

Die unter den einzelnen Spalten genannten Beispiele im Gutachten sollen als Hilfestellung dienen. Es ist nicht nötig, jeweils zu allen genannten Beispielen etwas zu schreiben. Der Gutachter entscheidet, welche Informationen notwendig sind, um die Situation des Kindes beschreiben zu können.

 

Die Gutachtenvorlage finden Sie im Passwortgeschützten Bereich des Staatlichen Schulamtes Konstanz.